12. Juni 2007 09.06.07 Anti-G8-Kundgebung und Saalveranstaltung in Regensburg Um 8 Uhr trafen sich junge Aktivisten aus Cham um zur Kundgebung nach Regensburg zu fahren. Die Zugfahrt verlief ohne Zwischenfälle. Am Regensburger Bahnhof angekommen begrüßte man einige Kameraden. Im Stadtpark wurden die restlichen Kameraden begrüßt. Am Telefon erfuhrt man das eine Aktivistengruppe ihren Anschlusszug verpasst hat und erst eine Stunde später ankommt. Die Leute aus Cham beschlossen deshalb gleich in die Innenstadt zu gehen um sich am Kundgebungsort umzusehen.
Als wir den Platz betraten wurden wir gleich von der Bereitschaftspolizei aufgehalten und mussten die üblichen Personenkontrollen über uns ergehen lassen. Ein Kamerad wurde mit auf die Wache genommen: Grund eine gefährliche Rune. Als wäre das nicht schon skandalös genug versuchten sie von diesem Kameraden auch noch Informationen zu bekommen. Fragen wie: "Wer ist denn in Cham der Anführer" und "Was ist denn in Cham in nächster Zeit geplant" wurden ihm gestellt. Der Kamerad verhielt sich vorbildlich und gab ihnen auf ihre Bespitzelungsversuche keine Antwort.
Nach einer halben Stunde Wartezeit, die die restlichen Aktivisten, in einem nahe gelegenen Cafe verbrachten, kamen auch die restlichen Kameraden zum Versammlungsort. Die Polizei hat extra einen Gitterkäfig aufgebaut. Sie meinten um uns zu schützen. Der Käfig erfüllte aber eine andere Funktion. Dazu später mehr.
Zuerst wurden die Transparente entrollt und Aufstellung genommen. Die Veranstaltung wurde von Willi Wiener, Kreisvorsitzender der NPD Regensburg, eröffnet. Von ihm wurden auch die Auflagen verlesen. Es waren ca. 40-45 Kameraden anwesend.
Nun sprach Otmar Wallner, ehemaliger stellvertretender Bundesvorsitzender der Republikaner, zu den anwesenden Kameraden und Bürgern. Viele Bürger lauschten interessiert seinem Vortrag, der sich hauptsächlich gegen den G8-Gipfel und Kapitalismus richtet. Er prangerte die Überproduktionen und Verschwendung im Kapitalismus scharf an und erntete dafür den Applaus von vielen Schaulustigen und Bürgern.
Nach seiner Rede beendete Kamerad Wiener die Veranstaltung. Er meldete beim Einsatzleiter Polizeidirektor Wolfgang Mache eine Spontandemonstration zum Polizeirevier an um dort auf unseren inhaftierten Kameraden zu warten.
Als sich der Demozug gerade formieren wollte, wurde der Käfig von 20-30 gepanzerten Einheiten der Bereitschaftspolizei versperrt. Einsatzleiter Mache meinte dazu, wir können eine Spontankundgebung haben, aber nur innerhalb des Käfigs. Hier sieht man mal wieder was Herr Mache vom Grundgesetz hält. Das sind die wahren Demokraten.
Die Polizei drohte uns, bei Durchbruchsversuchen sofort "unmittelbaren Zwang anzuwenden".
Viele der Bürger fanden das Vorgehen der Polizei skandalös und beantworteten es mit lauten "Buh" rufen.
Da ein durchkommen nicht möglich war bzw. die meisten Leute zu zaghaft waren, einigte man sich mit der Polizeiführung auf einen Kompromiss. In 8ter Gruppen gingen wir wieder zurück zum Bahnhof. Natürlich "beschützt" von der Polizei. Am Bahnhof angekommen sammelten wir uns wieder.
Wir lassen uns, unsere Versammlungsfreiheit von niemand nehmen.
Geschlossen wollten wir den nächsten Bus besteigen. Sofort waren wieder 3 Polizeiwannen hinter uns. Also auf die andere Straßenseite und in einen anderen Bus rein. Die Polizeiautos hinterher. Nächster halt Donaueinkaufszentrum. Die Aktivisten verließen geschlossen den Bus. Die Polizei konnte uns nicht mehr stoppen mit den Parolen "frei-sozial-national" und "hoch die nationale Solidarität" lief man durchs Kaufhaus. Immer die Polizei auf den Fersen. Durch mehrere Stockwerke ging die Verfolgungsjagd ohne dass jemand festgenommen werden konnte.
Plötzlich ging es nicht mehr weiter. Also rein ins nächste Geschäft. Die Polizei wartete an den Eingängen. Also in 2er Gruppen aufgeteilt und durch verschiedene Eingänge wieder raus. Am Haupteingang wurden die restlichen Kameraden dann wieder eingesammelt und rein in den Bus Richtung Saalveranstaltung. Die Polizisten wären ja jetzt abgehängt.
Auf der Saalveranstaltungen sprachen die Kameraden Stephan Göbeke-Teichert (NPD-Bezirksvorsitzender Oberpfalz) und wieder Otmar Wallner.
Nach den Referenten ging man in den gemütlichen Teil des Abends über und der Liedermacher Flex spielte ein paar Stücke auf der Gitarre.
Auch die Heimreise verlief ohne Zwischenfälle.
Werdet aktiv gegen Globalisierung, Kapitalismus und soziale Ungerechtigkeit!
Aktionsbündnis Cham JN Cham
Ein kurzes Fazit:
Alles in allem war der Tag ein Erfolg. Der chaotische Verlauf war leider nicht zu vermeiden. Wir werden die Stadt Regensburg wohl wieder öfters besuchen.
Herrn Wolfgang Mache sei gesagt:
Versammlungsfreiheit ist erlernbar � auch für "Demokraten" und Polizeidirektoren!! Kriminell ist das System nicht der Widerstand.
Zum Abschluss eine kleine Anekdote über Wolfang Mache: Dieser Mann wollte auf der zweiten Demonstration in Cham schwarze Fahnen durch die Auflagen verbieten. Begründung: Schwarze Fahnen sind das Ersatzsymbol für Hakenkreuzfahnen.
Natürlich hielt diese Behauptung unserem Einspruch nicht stand und schwarze Fahnen durften verwendet werden. Das hat ihn wohl sehr verletzt ;)