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29. Februar 2008
Harpstedt (Landskreis Oldenburg): Schule „wegen Intoleranz geschlossen“
Wie man aus regionalen Zeitungen erfahren konnte, haben unbekannte nationale SozialistInnen in der Nacht zu Mittwoch den 25.02.2008 alle Eingänge der Haupt- und Realschule Harpstedt mit Eisenketten und Vorhängeschlössern verbarrikadiert und Flugblätter auf den Schulhöfen verteilt.

Damit wollten die AktivistInnen offensichtlich den Ablauf eines groß angekündigten „Toleranztages“ stören und auf den Charakter der Veranstaltung aufmerksam machen, auf der unter anderem Referenten des Verfassungs- und des Staatsschutzes sowie ein bekannter „Aussteiger“ Arbeitsgruppen der obligatorisch eingespannten Schülerinnen und Schüler leiteten.

Verhindert werden konnte die ironischerweise „Toleranztag“ genannte Veranstaltung dadurch nicht, dennoch dürfte die symbolische Wirkung nicht zu unterschätzen sein. Normalerweise ist das im Landkreis Oldenburg gelegene Harpstedt ein beschaulicher Ort und bekommt eher selten prominenten Besuch. Umso erstaunlicher, dass sich für die „Toleranztag“ genannte Veranstaltung neben Referenten des niedersächsischen Verfassungsschutzes und des Staatsschutzes aus dem nahe gelegenen Delmenhorst auch Vertreter der Berliner Amadeu-Antonio-Stifung sowie der Fanbeauftragte des Fußballvereins Werder Bremen angekündigt hatten.

In dem verteilten Flugblättern erklärten die unbekannten AktivistInnen, die Schule sei „wegen Intoleranz geschlossen“ und gaben die Anschuldigungen des Systems gegen nationale und sozialistische Menschen an seine Vertreter zurück, indem sie die Referenten „Feinde der Meinungsfreiheit“ nannten und die SchülerInnen informierten, was Verfassungs- und Staatsschutz eigentlich seien und welche menschenverachtenden Funktionen der Geheimdienst und die politische Polizei erfüllen würden.

Zwar stellt die lokale Zeitung es so dar, als hätten die Neunt- und ZehntklässlerInnen – deren Teilnahme am „Toleranz- (oder vielleicht besser: Intoleranz)tag“ nicht freiwillig, sondern verpflichtend war - geschlossen Position gegen die nächtliche Aktion bezogen und, so wörtlich, „den ‚Braunen’ die Rote Karte gezeigt“, hinter der Fassade jedoch scheint auch an der Haupt- und Realschule nicht alles nach Vorstellung der Veranstalter zu laufen.

In den Ergebnissen der Arbeitsgruppe des Stern-Projekts „MUT gegen rechte Gewalt“ antwortet so eine Schülerin auf die Frage, ob man selber schon einmal gemerkt habe, Vorurteile gegenüber anderen Menschen zu haben, die man vielleicht gar nicht selber kenne: „Auch diese Frage muss ich verneinen, da ich auch noch keine Vorurteile gegenüber anderen gestellt bzw. gesagt habe!!! Sicher, ich kenne nicht alle Vorurteile gegenüber der ,,Rechten Szene'', dennoch würde ich auch keine benutzen, auch nicht wenn ich welche kennen würde!!!

Eine andere Schülerin formulierte es sogar noch prägnanter: „In den Medien werden oft Voreilige und falsche Schlüsse gegenüber Nazis gebracht. Wenn z.B. ein Wohnhaus, was von Ausländern bewohnt ist, abgebrannt wird, sprechen die Leute in den Nachrichten gleich von Rechtsextremen Attentätern, die dafür verantwortlich gemacht werden. Da stellt sich mir die Frage, warum man nicht versucht den wahren Schuldigen zu finden, sondern gleich die leichtere Variante nimmt, indem man sich den Schuldigen (Nazi) einfach aussucht […].

Anscheinend gab es also doch nicht nur positive Resonanz für die Veranstaltung, im Gegenteil scheinen einige SchülerInnen erkannt zu haben, dass diese Gesellschaft bei jeder Gelegenheit gegen die ach so intoleranten „Nazis“ hetzt und sich dabei in ihrer Ignoranz gar nicht bewusst ist, dass sie es ist die Menschen aufgrund ihrer politischen Einstellung vorverurteilt. Die VeranstalterInnen haben möglicherweise unterschätzt, dass trotz der alltäglichen Hetze durch Staat und Medien noch junge Menschen gibt, die deren Propaganda hinterfragen und ihren eigenen Verstand benutzen, anstatt sich ihre Meinung unreflektiert aufzwingen zu lassen.

Recherche und Berichterstattung:[Autonome Nationalisten aus der Region]

Wenn jemand Fragen oder inhaltliche Ergänzungen zum Vorfall hat, würden wir uns über eine Email an an.whs@web.de freuen. Zwei der Presseartikel findet ihr auf den unten stehenden Verweisen.

http://syke.mzv.net/news/stories/syke/?id=96393&toprint=1
http://www.dk-online.de/print.php?artikel=1626196

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Kommentare:


Sehr GUT! schrieb am 01.03.08 12:48
Super Aktion!


absolut schrieb am 01.03.08 19:20
Genial. Sehr gut geschriebener Artikel.


Freiheit! schrieb am 02.03.08 10:48
Top Aktion! Wenig Einsatz, große Wirkung, Presse und Stadtgespräch.


Benlis schrieb am 02.03.08 15:25
Super Aktion, solche Aktivisten sind Lobenswert


[an.whs] schrieb am 02.03.08 20:39
Ergänzend ein weiterer Presseartikel: http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_kreis_oldenburg_
harpstedt_artikel.php?id=1601545


AUTOnomer schrieb am 05.03.08 19:58
Schöne Aktion macht weiter so Jungs!


vidar schrieb am 07.03.08 19:00
1a Aktion ! So muss das laufen damit der Zug des Widerstands in die Hirne der Bürger einfährt....


Willi schrieb am 11.04.08 14:49
JO! Ich find es auch super sowas zu machen! Tolle Aktion, aber ich glaube es ist leider allzu offenstichtlich, dass die Zitate nicht echt sind! Man sollte schon auf dem Boen der Tatschen bleiben und sich nicht ins eigene Fäustchen lügen... so groß ist unsere unterstützung in der Bevölkerung nun doch nicht.


slobodan schrieb am 14.04.08 00:20
wahrlich die unterstützung ist nicht groß ich gebe willi recht wir würden mehr erreichen, wenn wir es zugeben würden

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