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18. Juni 2008
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18. Juni 2008
Löbauer gedenken 17. Juni 1953
Es ist schon sehr spät als Herr M. diesen Abend nach Hause fährt. Er war in seiner Lieblingskneipe und hat sich die EM angesehen. Gerade hat die Uhr Mitternacht geschlagen und der 17. Juni ist angebrochen. Auf dem Weg zu seinem Auto kommen ihm plötzlich zwei junge Leute entgegen welche ihn sofort anreden. Interessiert bleibt er stehen und lauscht ihren Worten. Die beiden wollen daran erinnern das genau an diesem 17. Juni vor 55 Jahren etwas absolut Großartiges aber zugleich auch Schändliches in der ehemaligen DDR geschehen ist. Die Rede ist natürlich von dem Arbeiter Aufstand und die damit verbundene gewaltsame Niederschlagung der Arbeiter durch die Sowjet Armee. Herr M. war damals selbst dabei gewesen und erinnert sich noch zu gut, wie es damals abgelaufen ist.

Die Arbeiter von Berlin wollten sich die schändliche Behandlung und die Einführung der Planwirtschaft durch die DDR-Regierung nicht mehr tatenlos mit ansehen und so haben sich einige Dutzend auf einer Baustelle zusammengeschlossen und haben einen friedlichen Demonstrationsmarsch begonnen. Schnell wuchs dieser Marsch an auf ein paar Hundert, ein paar Tausend bis zu weit über 10 000 Arbeitern an, welche alle nicht mehr tatenlos zusehen wollten. Mit der Anzahl der Teilnehmer stieg natürlich auch ihr Groll gegen dieses System und seine Schergen. Und so kam es bald dazu das überall in Berlin Rote Fahnen von Masten genommen wurden und unter Bejubeln zerrissen wurden. Parteibüros wurden gestürmt und seiner Wut über diese Behandlung wurde freien Lauf gelassen. Schließlich sah die DDR-Regierung nur noch eine Möglichkeit und sie fragten Moskau um Beistand. Diesen bekamen sie natürlich auch prompt und so hatten sie mit ruhigen Gewissen die Erlaubnis auch das Militär gegen die Demonstranten einzusetzen. Die Bilanz dieses Arbeiteraufstandes waren ca. 25 Toten und über 378 Verletzte.

Herr M. bedankt sich freundlich bei den zwei jungen Männern dafür das Sie diesen Tag nicht vergessen haben und darauf aufmerksam machen wollen. Er nimmt begeistert eines der Flugblätter und geht weiter zu seinem Auto, während die Männer im Dunkeln auf die Wohnanlage in Löbau zugehen, um noch mehr Flugblätter zu verteilen.
Als Herr M. dann in seinem Auto sitzt, Richtung Heimat fährt und noch über die zwei Männer und ihre Aktion nachdenkt, benutzt er den Weg über die Umgehungsstraße in Löbau und genau als er unter einer Brücke durchfährt fällt sein Blick nach oben und er sieht ein großes Transparent hängen mit den Worten "17. Juni ´53 - 569 Opfer ermordet SED=PDS+WASG=DIE LINKE". "Ja" denkt sich Herr M. "solange es noch solche jungen Leute hier gibt, war mein Kampf damals nicht vergebens und seelisch beruhigt fährt er nach Hause.

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